Vereinschronik

 

wer seine Vergangenheit nicht kennt, hat auch keine Zukunft  - 

wer nicht an die Zukunft denkt, hat auch keine Jugend

 

 

Am 27. Februar 1934 wurde der Kleinkaliber-Schützenverein Ispringen ins Leben gerufen. Im Gasthaus "Zum Bahnhof" wurde die Gründungsversammlung unter dem Kreissportleiter des Schützenkreises Pforzheim, Wilhelm Winter aus Pforzheim, geleitet. 66 Männer zählen als Gründer des Schützenvereins Ispringen, die in der Gründungsversammlung Hugo Oldendorf als Vereinsführer und als seinen Stellvertreter Willi Wahl wählten. Außer Max Fehrentz als Kassier und Walter Abel als Schriftführer wurden noch sieben weitere Beiräte gewählt.

 

Nach der Gründung des Vereines ging es zwar kurz aber dafür entsprechend unseren Unterlagen sehr kraftvoll zur Sache. Die Gemeinde Ispringen stiftete dem Verein ein Gelände auf dem in kürzester Zeit ein Schützenhaus 7 x 10 m, sowie eine Schießbahn von 50 Metern Länge erbaut wurde. Am 12. August 1934 knapp 6 Monate nach der Gründung konnte der Verein sein Schützenhaus einweihen. Leider hielt dieser Elan nicht sehr lange an und bereits im Jahr 1937 wird laut Protokollbuch wiederholt um eifrigen Trainingsbesuch gebeten. Mit Kriegsausbruch 1939 kam der Schießbetrieb fast ganz zum Erliegen.

 

Nach 1945 wurde das vorhandene Inventar durch die Besatzungstruppen beschlagnahmt. Das Schützenhaus wurde in der nachfolgenden Notzeit durch unbesonnene Bürger abgerissen und geplündert. Die Schießanlage selbst blieb ohne Pflege und verwucherte bis zur Unbrauchbarkeit.

 

Erst im Jahre 1963 kam es zur Wiedergründung des Kleinkaliberschützenvereins Ispringen. Am 17. Juli 1963 fanden sich 23 Männer, die bei der Wiedergründungsversammlung Artur Härter zum Oberschützenmeister gewählt haben.

 

Im ersten Jahr galt es, eine geeignete Lokalität zu finden um den Schießsport auszuüben. Anfänglich in der Kraftsporthalle und dann in der Turnhalle wurde man fündig. Das ständige Auf- und Abbauen wurde aber immer lästiger. So fand man in den Kellerräumen des Gasthauses zum Bahnhof die erste richtige Bleibe. Der Wunsch nach einem eigenen Schützenhaus bestand allerdings immer noch.

 

Im Gegensatz zu 1934 waren allerdings viele Hürden zu nehmen bis man endlich das neue Schützenhaus an der Turnstraße mit 10 Luftdruckständen im Jahr 1966 bzw. 1967 fertig stellen konnte. Vor allem fehlende finanzielle Mittel ließen den Schützenhausbau immer wieder ins Stocken geraten. Vereinsmitglieder  haben durch finanzielle Hilfen dem Verein unter die Arme gegriffen, dass der Schützenhausbau weiter gehen konnte.

 

Im 2. Bauabschnitt, im Jahre 1972, wurde der Kleinkaliberstand mit 6 Zuganlagen und im 3. Abschnitt, ein Jahr später, der Bau einer Wohnung und zwei vollautomatische Kegelbahnen realisiert. Zu reichlich Diskussionsstoff hat der damalige Bau der Kegelbahnen gesorgt. Aber gerade dieser war es, der dafür sorgte, dass der Verein in den folgenden Jahren wirtschaftlich gesunden konnte. Wenn es auch nicht immer leicht war die beiden Kegelbahnen an Kegelclubs zu vermieten.

 

Im Jahr 1985 wurde die Luftdruckanlage auf elektrische Zuganlagen umgebaut und die Brüstung auf den neuesten Stand gebracht. Das Nebenzimmer und die Toilettenanlage wurden 1987 umgebaut.

 

Bauen, Erneuern und Renovieren waren seit der Wiedergründung im Jahr 1963 ein ständiges Thema. Galt es doch das Entstandene zu erhalten, zu modernisieren und den Verein zukunftsgerichtet zu steuern. Die nächste große Idee ließ auch nicht lange auf sich warten und in den Jahren 1989 und 1990 wurden die Luftdruckstände zu einer Halle umgebaut. 1993 galt es die Technik der Kegelbahnen zu renovieren wie auch in den Folgejahren das Dach über dem Wohnhaus und der Wirtschaft, Fenster im Gastraum und die Fassaden des gesamten Anwesens.

 

Die Ansprüche an Mensch und Technik haben sich im Laufe der Jahre geändert. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden hat sich auch der Schützenverein Ispringen im Jahr 2008 entschlossen in die Luftdruckhalle 10 vollelektronische Standanlagen einzubauen. Daneben wurde der Beschluss gefasst, in die Planung einer neuen und vor allem größeren Luftdruckhalle einzusteigen, die es auch ermöglichen soll in einem 2. Bauabschnitt die langersehnte 25 m Pistolenschießanlage zu bauen. Im Jubiläumsjahr wird dieses Vorhaben, ein neues Schießsportzentrum in Ispringen zu erstellen, in die Tat umgesetzt.

 

Der Grundstock für ein erfolgreiches Vereinsgeschehen ist seit der Wiedergründung bis heute gelegt und vor allem ständig weiterentwickelt worden.

 

Als Zweck des Vereins wurde in der Satzung niedergeschrieben:

 

„Er dient der Pflege und Ausübung des Schießens auf sportlicher Grundlage, der Abhaltung von Veranstaltungen schießsportlicher Art sowie der Förderung der körperlichen und seelischen Ertüchtigung seiner Mitglieder, insbesondere der Jugend, durch Leibesübungen, Freizeitsport und Kameradschaft.“

 

Diesen Zweck verfolgt der Verein vor allem seit seiner Wiedergründung. Schon seit Jahren wurde erkannt, dass nur durch eine gute und gesunde Jugendarbeit, die Existenz des Vereins erhalten werden kann. Viel Zeit, Mühen und Engagement wurde und wird durch die Jugendleiter in die Arbeit mit dem Schützennachwuchs gesteckt. Wird doch immer gepredigt, dass die besten Vereinsmitglieder gerade gut genug sind, sich um die Jugendarbeit in einem Sportverein zu kümmern, kann der KKS Ispringen dies bereits seit Jahren so vorweisen. Max König, Rolf Härter und Jürgen Giesinger in den Anfangsjahren nach der Wiedergründung und Josef Schmidt, Georg Busch, Martin Gretz, Stefan Brohm, Harald Morlock, Mathias Theis und Peter Grießer haben diese schwierige Aufgabe für den KKS Ispringen übernommen.

 

Diese Mühen haben sich in den letzten Jahren derart ausgezahlt, dass zahlreiche Ispringer Jungschützen zur Kreis- und Landesauswahl, ja sogar zum Bundeskader zählen und an den Landes- bzw. Deutschen Meisterschaften erfolgreich teilnehmen. So gehört Yvonne Wrobel seit 2007 dem C Kader des Deutschen Schützenbundes an.

 

Bereits im den Jahr 1970 hat diese Entwicklung begonnen. Im Jahr 1972 konnte die Jugendmannschaft des KKS Ispringen mit Uwe König, Roland Dietrich und Christa Augenstein erstmals an Deutschen Meisterschaften teilnehmen. Im Jahr 1989 und 1993 konnte Peter Grießer mit dem Luftgewehr für Ispringen bei den Deutschen Meisterschaften an den Start gehen. Durchgehend seit 2004 war der KKS Ispringen mit folgenden Schützen, teilweise mehrfach in verschiedenen Disziplinen bei den Deutschen Meisterschaften in München am Start. Yvonne Wrobel, Manuela Engel, Alexander Busch, Manuel Theis, Oliver Könne, Michelle Schäfer, Sarah König und Kerstin Kohler. So war das vergangene Jahr 2008 das erfolgreichste und geht in die Vereinsgeschichte ein. Durch Kooperationen mit den Schützenvereinen KKS Königsbach, SSV Keltern und SV Dachtel, war es möglich, dass 3 Deutsche Meistertitel durch unsere Jungschützen Yvonne Wrobel, Kerstin Kohler und Michelle Schäfer erreicht werden konnte.

 

Der Bogensport hat sich ab dem Jahr 1977 zu einer festen Größe beim KKS Ispringen entwickelt. Die Zahl derer, die diesen Sport ausüben wollten wuchs ständig an. In dieser Zeit erreichte der Verein über 150 Mitglieder. Leider fand sich zum Ende der 80er Jahre kein Bogenschießleiter mehr, der diese Sparte führen wollte. Die Konsequenz ließ dann natürlich nicht lange auf sich warten und die Bogensparte löste sich auf. In dieser Zeit fanden in Ispringen jährlich die Kreismeisterschaften des Schützenkreises Pforzheim im Bogen Fita auf dem heutigen Sportgelände statt. Die Organisation und Bewirtung wurde durch die Vereinsmitglieder des KKS Ispringen in vorbildlicher Art und Weise durchgeführt.

 

In diese Zeit fiel auch der Beginn der Luftpistolenschützen beim KKS. Teilweise mit drei Mannschaften hatte man sich an den Rundenwettkämpfen mit der Luftpistole beteiligt und war auch beim Beginn des neuen Ligamodus in der Landesliga vertreten. Da wir die Klein- und Großkalibrigen Pistolendisziplinen auf 25 m nicht auf unserer Anlage schießen können, dürfen wir dazu seit vielen Jahren die Standanlage des KKS Brötzingen mitbenutzen.

 

Auch der weitere Teil der satzungsgemäßen Zweckbindung, die Kameradschaft, wird im Verein von Beginn an groß geschrieben. Diese bildet einen festen Teil der Vereinsarbeit aller an der Vereinsführung beteiligter. Ausflüge (in vergangenen Jahren mehr), Feste und Feierlichkeiten haben feste Größen im Jahreskalender des Kleinkaliber Schützenvereins Ispringen e. V.

 

Liest man die Analen sind es unvergessene Kappenabende die gleich nach Fertigstellung des Schützenhauses durchgeführt wurden. Auch das jährliche Preisschießen und das Schießen der örtlichen Vereine, war jahrzehntelang fester Bestandteil des Terminkalenders. Leider war die Beteiligung von Jahr zu Jahr geringer geworden, dass eine weitere Durchführung nicht mehr sinnvoll war. Jährliche Ausflüge sind seit der Wiedergründung immer wieder die kameradschaftlichen Highlights. Seit 1992 wird jährlich das Waldfest auf dem Jünglingsplatz durchgeführt, welches seinen festen Platz im Terminkalender der Ispringer Vereine und Vereinigungen hat.

 

In den ersten 20 Jahren nach der Wiedergründung hatte der Verein mit schwierigen Zeiten zu kämpfen. Die finanziellen Sorgen und immer wieder der Hammer und Meisel in Händen, anstatt des Gewehrs, ließen aber trotzdem einen erfolgreichen Verein entstehen, der auf sein Erreichtes Stolz sein darf.

Heute gilt es, dem Verein Stabilität und Beständigkeit mitzugeben um das Erreichte zu pflegen und weiter zu entwickeln. Dies geschieht mit Verantwortlichen im Verein, die bereits seit vielen Jahren Ihre Ämter begleiten:

 

der Vorsitzende und Oberschützenmeister Georg Busch seit 1996,

der 2. Vorstand und Schützenmeister Harald Morlock seit 1993

und der Schatzmeister Peter Grießer seit 1992.

 

Dies zeichnet den Verein aus und bestätigt die Harmonie.

 

 

In Kürze:

Gründung 27.02.34 mit 66 Mitgliedern

Wiedergründung 17.07.63 mit 23 Mitgliedern

Heute 123 Mitglieder, davon 100 männliche und 23 weibliche

ca. 40 aktiven Schützen denen

zehn 10 m Stände in der Luftdruckhalle und sechs 50 m Stände für Kleinkaliber

zur Verfügung stehen.

 

 

 

Der Kleinkaliberschützenverein Ispringen dankt stellvertretend für alle bisherigen Verwaltungsmitglieder den Vereinsvorständen der vergangenen 75 Jahre:

 

1934                          Oldendorf Hugo

1934 – 1939/40        Schlegel Fritz

1940                          Härter Artur (bis zur Dienstverpflichtung)

1940 – 1945             Köhler Gustav

 

1963 – 1966             Härter Artur

1966 – 1968             König Max

1968 – 1969             Härter Artur

1969 – 1971             Schickle Karl

1971 – 1977             König Erwin

1977 – 1979             Berndt Andreas

1980 – 1988             Kreutel Herbert

1988 – 1993             Schmidt Josef

1993 – 1996             Kuntze Willi

1996 bis heute         Busch Georg